»(Elektro-)Mechanische Rechenmaschinen

Bevor man elektronisch rechnen konnte, das war in den 40/50er Jahren nur mit gigantischen Großrechnern möglich, arbeiteten die Rechenmaschinen rein mechanisch. Als die Handkurbel durch einen Elektromotor ersetzt wurde begann die Zeit der Rechenautomaten. Die erste druckende Rechenmaschinen der Welt (1905) ist ein Unikum mit riesigem Außenbordmotor! Die ersten Vollautomaten (1927) bis zu denen mit saldierendem Speicher (60er J.) rechnen nach Eingabe selbsttätig. Die erste "Taschenrechenmaschine" der Welt, Curta I, hat 1/3 des Volumens einer Cola-Dose. Bei allen mechanischen Rechnern erkennt man die große Bedeutung des Stellenwertsystems.

»Rechner mit Elektronenröhren

Mindestens genau so aufregend wie die Entwicklung der Rundfunktechnik in den 20/30er Jahren ist die Entwicklung der elektronischen Rechner seit den 50er Jahren.
Ein wahrer Meilenstein ist der erste elektronische Tischrechner der Welt (1962). Das durchaus neuzeitlich aussehende Monstrum beinhaltet 190 Elektronenröhren und gehört daher zur ersten Rechnergeneration. Er hat eine wunderschön leuchtende Ziffernanzeige. Da wirft man jeden flau anzeigenden LCD-Solarrechner fort! Jedoch beherrschte der Röhrenrechner nur die 4 Grundrechenarten und war im Gegenwert von einem VW-Käfer inklusive Urlaubsreise zu haben.

»Erste Rechner mit Transistoren

Aufgeschreckt durch den Röhrenrechner begann nun ein stürmischer Wettlauf der Entwicklung von transistorisierten Rechnern der 2. Generation.
Der erste digitale Transistor-Rechner kam aus Italien (IME 84, 1964). OLYMPIA baute 1965 einen Rechner mit Gleitkomma und die Firma WANDERER brachte zeitgleich den "ersten druckenden elektronischen Universalautomaten der Welt" heraus, so der Originalprospekt. FRIDEN aus den USA überraschte mit einem Rechner, der gleichzeitig den Inhalt von 4 Registern auf einer Kathodenstrahlröhre anzeigte. Doch all diese Rechner, wie viele andere, beherrschten nur die 4 Grundrechenarten. Einige konnten immerhin schon die Wurzel ziehen. »siehe Details 1

»Programmierbare Rechner der 2. Generation

Rechner der 2. Generation hatten noch keine integrierten Schaltkreise. Das erschwerte den Bau leistungsfähiger Rechner erheblich. Daher sind programmierbare Rechner dieser Spezies technisch besonders interessant. Schon 1966 brachte die deutsche Firma DIEHL einen solchen Rechner auf den Markt. Das Betriebsprogramm wird über einen Metall-Lochstreifen "gebootet", Anwenderprogramme auf Papier-Lochstreifen gestanzt, die wieder eingelesen werden können. Wahrlich die Steinzeit programmierbarer Rechner! Solche Komplett-Anlagen sind sehr rar. Im selben Jahr erschien die Olivetti Programma 101 auf dem Markt. Zum Vergrößern bitte klicken Programme ließen sich erstmals auf Magnetkarten speichern. Man könnte dieses Gerät auch als ersten Personal-Computer der Welt bezeichnen. Weitere ähnliche Rechner faszinieren durch hohes Gewicht und viel Mechanik. Hochinteressant ist auch der 1967 gebaute wissenschaftliche Rechner "WANG 320". Ein extrem seltenes Gerät mit Lochkartenprogrammierung und mehreren Keyboards, für die damalige Zeit eine Weltsensation. Schon ein Jahr später folgte der Konkurrent Hewlett-Packard mit dem wissenschaftlichen Superrechner (HP 9100). Anzeigemedium war eine Elektronenstrahlröhre, als Speicher dienten Ferritkerne. Er beherrscht viele mathematischen Funktionen, kostete 23.000,- DM und beinhaltete schon ein paar Vorboten integrierter Schaltkreise. »siehe Details 1

»Erste Rechner der 3. Generation mit einfacher IC-Technik

Mit der Entwicklung der IC-Technik 1967/68 galoppierte auch die Entwicklung sehr leistungsfähiger Rechner. Hier ist auch der teuerste Tischrechner der Welt aufgebaut: WANG 700 (kostete mit sehr umfangreicher Peripherie deutlich über 70.000,-DM), der alles bisher auf dem Markt befindliche in den Schatten stellte. Weiterhin kann der erste alphanumerisch anzeigende Rechner (HP 9820, 1971) sowie der erste BASIC-programmierbare Tischrechner der Welt (HP 9830, 1972) vorgeführt werden. Mit diesen Systemen kann man herrlich Funktionsgraphen samt Beschriftung plotten. Drei Jahre zuvor war so etwas undenkbar! 1971 kamen auch die ersten wissenschaftlichen programmierbaren "Taschenrechner" mit der Größe einer Zigarrenkiste auf den Markt. »siehe Details 1

»Frühe Computer

Frühe Computer sind wegen ihrer stattlichen Größe und der sehr schönen transparenten Zusatzgeräten vor allem in ihrer Funktion sehenswert.
Hier ist u.a. die legendäre PDP 8 von der Firma DEC (Bj. 1968) mit viel Zubehör installiert. Wegen des hohen Gewichtes (über 300 kg) konnte sie nur über einer tragenden Wand aufgestellt werden! Weiterhin ist das erste System angeschlossen, was schon so ähnlich wie heutige Computer aussieht: WANG 2200, Bj. 1973. Vermutlich einmalig in Deutschland ist dieses Gerät mit so vielen peripheren Geräten. So z.B. Lochstreifenleser, Stapelkartenleser, 8-Zoll dreifach Diskettenlaufwerk, Plattensystem mit 38cm großen Scheiben (alleine 100kg schwer und 24.000,-DM teuer speichert es gerade 5 MB), spezial BASIC-Tastatur usw.
Auch der erste Personalcomputer wurde von WANG gebaut: PCS II (1975). Der erste für den Durchschnittsbürger bezahlbare PC kam 1977 auf den Markt: PET 2001 von Commodore. Er war so billig wie ein heutiger PC, speicherte aber ganze 8 KB und hatte bescheidene Anwendungsvarianten. Weitere Home-Computer folgten, der Markt uferte aus, und damit endet die Sammlung der Computer. »siehe Details 2

»Analogrechner

Neben den digitalen Rechnern gab es eine ganz andere Art, mit Hilfe der ANALOG-RECHNER komplizierte Gleichungen zu lösen (insbesondere Differentialgleichungen). Hier sind Rechnersysteme von Telefunken (1962-64) installiert die eindrucksvoll Kurven auf dem Speicheroszilloskop und x-y-Schreiber zeichnen. Sie lösten schwierige Probleme für die damalige Zeit recht schnell, doch waren Bedienung, Programmierung (Steckkabel) und Auswertung alles andere als einfach.